Paul PeetersSchon als Kind war ich fasziniert von Holz und von allem, was man damit machen kann. Da ich Werkzeuge (ohne Antrieb!) von meinem Großvater geerbt hatte, verstand ich sehr bald den Wert des Werkzeugs, als eine vortreffliche Erweiterung der Hand.

Nach dem humanistischen Gymansium, studierte ich Werbung an der Universität Saint Luc, stellte aber sehr schnell fest (viereinhalb Tage in einer Agentur!), dass dies kein Beruf für mich war.

Ein Freund zeigte mir ein Buch über das Weben (es war im Jahr 1976, die hohe Zeit der "baba cool - Bewegung", als man sich das Brot selbst backte und mit Holzschuhen an den Füßen Jean Ferats, "( que la montagne est bêleeee... ») hörte ... und ich begann Webstühle zu zimmern (in meiner Zweizimmerwohnung, wo ich genötigt war mein Bett tagsüber senkrecht zu stellen, um sägen schleifen und zusammenbauen zu können ...). Ich sollte ein Weber für 15 Jahre bleiben.

Das Holz zog mich aber weiterhin an und so fing ich 1978 mit dem Drechseln an, gleichlaufend mit dem Weben. Allmählich nahm aber das Drechseln meine ganze Zeit in Anspruch

Ich arbeitete zunächst als Autodidakt (- entleerte Schalen zwischen Punkten, nach der Art von Ron Kent!), bis ich Richard Raffan kennenlernte, der mir ermöglichte einen Riesensprung vorwärts zu machen, sowohl auf technischer Ebene als auch bezüglich des Gebrauchs von Werkzeugen.

Paul Peeters

Als ich Baumheidewurzeln im Mittelmeerraum entdeckte, machte ich sie zu meinem Steckenpferd. Der Reichtum der Farben, Formen und Maserungen dieses Holzes verleihen ihm eine außerordentlich warme Ausstrahlung. Es ist die Form der Wurzel, die mir die Gestalt des Gegenstandes angibt und nicht umgekehrt. Ich suche nicht ein Holzstück, um einer Idee Ausdruck zu verleihen. Vielmehr ist es ein Werk in Zusammenarbeit mit der Natur. Die Idee erwächst selbst aus dem Stück Holz. Die Wirkungskraft liegt im Ausdruck. Alles ist schon da. Je einfacher das Werkzeug ist, desto angebrachter ist der Werkschritt

Ich halte mich nicht an eine bestimmte Drechseltechnik. Meine Schaffenskraft setzt sich keine Grenzen. Meine Werke sind unterschiedlich in ihren Formen, Werkstoffen, Farben und in ihrer Verwendung.

Ich entwerfe Gebrauchsgegenstände wie Schalen, Schüsseln, Schachteln und dekorative Gegenstände wie Vasen, Lampen, Skulpturen, die einen sich oft mit den anderen überschneidend.